Impfungen sind nicht nur ein Thema für Kinder. Auch im Erwachsenenalter ist ein vollständiger Impfschutz entscheidend für die Gesundheit. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass bestimmte Impfungen regelmäßig aufgefrischt werden müssen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO)
Die STIKO am Robert Koch-Institut gibt wissenschaftlich fundierte Impfempfehlungen heraus. Diese bilden die Grundlage für den Impfkalender in Deutschland. Die Empfehlungen werden regelmäßig aktualisiert und berücksichtigen aktuelle epidemiologische Daten.
Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten: Die Basis
Die Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Tetanus wird durch Bakterien ausgelöst, die in Erde und Staub vorkommen und über kleine Wunden in den Körper gelangen können. Diphtherie ist eine schwere Infektionskrankheit der Atemwege. Die nächste fällige Auffrischung sollte zusätzlich eine Keuchhusten-Komponente (Pertussis) enthalten. Keuchhusten ist hochansteckend und kann besonders für Säuglinge lebensbedrohlich werden. Erwachsene können die Erkrankung unwissentlich übertragen.
Grippe (Influenza): Jährlicher Schutz für Risikogruppen
Die Grippeimpfung wird jährlich für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal empfohlen. Der Impfstoff wird jedes Jahr an die zirkulierenden Virenstämme angepasst. Die optimale Zeit für die Impfung liegt zwischen Oktober und Dezember.
Pneumokokken: Schutz vor Lungenentzündung
Pneumokokken können schwere Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen verursachen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren und für jüngere Personen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Immunschwäche.
Gürtelrose (Herpes zoster): Schmerzhafte Nervenerkrankung verhindern
Seit einigen Jahren steht eine Impfung gegen Gürtelrose zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt sie für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Menschen ab 50 mit Grunderkrankungen oder Immunschwäche. Gürtelrose wird durch dasselbe Virus ausgelöst, das auch Windpocken verursacht. Nach einer Windpocken-Erkrankung verbleibt das Virus lebenslang im Körper und kann bei geschwächtem Immunsystem reaktiviert werden.
Masern: Impflücken schließen
Auch Erwachsene sollten ihren Masernschutz überprüfen lassen. Nach 1970 geborene Personen, die nicht oder nur einmal in der Kindheit geimpft wurden, sollten eine Impfung nachholen. Masern sind hochansteckend und können schwere Komplikationen verursachen.
FSME: Schutz vor Zeckenkrankheit
In Risikogebieten wird die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) empfohlen. FSME wird durch Zeckenbisse übertragen und kann zu schweren Gehirnentzündungen führen. Wer sich viel in der Natur aufhält, sollte den Schutz erwägen.
Reiseimpfungen: Individueller Bedarf
Je nach Reiseziel können zusätzliche Impfungen notwendig sein, etwa gegen Hepatitis A und B, Typhus, Gelbfieber oder Tollwut. Lassen Sie sich mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt reisemedizinisch beraten.
Impfpass überprüfen
Viele Menschen wissen nicht genau, welche Impfungen sie erhalten haben. Bringen Sie Ihren Impfpass zu einem Routinetermin mit, damit wir gemeinsam prüfen können, ob Auffrischungen notwendig sind.




