Herz-Kreislauf-Gesundheit: So beugen Sie Herzerkrankungen vor

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Jährlich erleiden Hunderttausende Menschen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die gute Nachricht: Viele dieser Ereignisse lassen sich durch Prävention verhindern.

Die größten Risikofaktoren

Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress sind die Hauptrisikofaktoren für Herzerkrankungen. Viele dieser Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und verstärken das Risiko zusätzlich. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Risikofaktoren sind beeinflussbar.

Bluthochdruck: Der stille Killer

Bluthochdruck verursacht lange Zeit keine Beschwerden, schädigt aber kontinuierlich Gefäße und Organe. Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg. Ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind daher essentiell. Bei erhöhten Werten helfen oft schon Gewichtsreduktion, salzarme Ernährung und Bewegung. Wenn das nicht ausreicht, stehen wirksame Medikamente zur Verfügung.

Cholesterin: Das richtige Gleichgewicht

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein, in zu hohen Mengen lagert es sich jedoch in den Gefäßwänden ab und führt zu Arteriosklerose. Besonders das LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) fördert Ablagerungen. Das HDL-Cholesterin („gutes Cholesterin“) transportiert überschüssiges Cholesterin zur Leber zurück. Eine gesunde Ernährung mit wenig gesättigten Fetten, dafür viel Gemüse, Vollkornprodukten und Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Nüsse) kann die Werte günstig beeinflussen. Bei familiär bedingten Fettstoffwechselstörungen sind oft Medikamente (Statine) notwendig.

Rauchen aufgeben – der wichtigste Schritt

Rauchen ist einer der stärksten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Nikotin und andere Schadstoffe schädigen die Gefäßwände, fördern Entzündungen und erhöhen die Gerinnungsneigung des Blutes. Bereits wenige Wochen nach dem Rauchstopp verbessert sich die Gefäßfunktion deutlich. Nach einigen Jahren sinkt das Herzinfarktrisiko fast auf das Niveau von Nichtrauchern.

Bewegung: Das beste Medikament

Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt das Herz, senkt Blutdruck und Cholesterin, verbessert den Zuckerstoffwechsel und hilft beim Stressabbau. Ideal sind mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Auch Alltagsaktivitäten zählen: Treppe statt Fahrstuhl, kurze Strecken zu Fuß statt mit dem Auto.

Gesunde Ernährung für das Herz

Die mediterrane Ernährung gilt als besonders herzgesund. Sie setzt auf viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch und Olivenöl. Fleisch und verarbeitete Lebensmittel werden nur in Maßen konsumiert. Diese Ernährungsweise liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und gesunde Fette.

Stress reduzieren

Chronischer Stress erhöht Blutdruck und Herzfrequenz, fördert Entzündungen und ungünstige Verhaltensweisen wie Rauchen oder ungesunde Ernährung. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung oder einfach regelmäßige Auszeiten helfen, Stress abzubauen.

Warnsignale ernstnehmen

Brustschmerzen, Atemnot, plötzliche Schwäche, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen können auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen. Bei solchen Symptomen sofort den Notruf 112 wählen. Zeit ist entscheidend für die Prognose.

Regelmäßige Kontrollen

Lassen Sie ab 35 Jahren regelmäßig Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker überprüfen. Bei Risikofaktoren sind engmaschigere Kontrollen und weiterführende kardiologische Untersuchungen wie EKG oder Herzultraschall sinnvoll.

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